Besser mit Stress umgehen (Nr.7)

Was können Sie tun, um ein Zuviel an Stress abzubauen?


Besser mit Stress umgehen (Nr.7)Stress ist zu einem Modewort in unserer heutigen Zeit geworden. Viele, die privat oder beruflich eingespannt sind, klagen über "Stress". Stress kann sich negativ auf unseren Körper und unsere Psyche auswirken. Kritisch wird dies, wenn wir über einen längeren Zeitraum Stress haben. Dauerstress ist für unseren Körper genau dasselbe als wenn wir mit unserem Auto permanent im "roten Bereich" des Drehzahlmessers fahren.

 

Je nach Typ gibt es unterschiedliche Reaktionen auf Zuviel Stress. Dem einen schlägt er auf den Magen, andere reagieren mit Verspannungen oder fehlender Konzentration und Gereiztheit. Von daher ist es notwendig, ein eigenes wirksames Anti-Stress-Programm zu entwickeln, um mit Belastungen besser umzugehen. Was ist denn nun eigentlich Stress und was stresst uns?

 

Das Wort "Stress" kommt aus dem Englischen und bedeutet "Anspannung, Verzerrung oder Verbiegung". Wenn wir also beispielsweise einen Holzstab biegen, fügen wir ihm "Stress"zu. Dies ist normalerweise bis zu einem gewissen Grad unproblematisch für den Holzstab. Wenn wir ihn jedoch zu stark biegen, kann er sogar brechen. Ähnlich wirkt Stress auch auf uns, eine gewisse Anspannung ist in Ordnung, aber ein Zuviel kann schädlich sein. Ursprünglich diente die Stressreaktion der Vorbereitung des Körpers auf eine Gefahrensituation.

 

Zur Geburt gehört der Tod.

Zum Einatmen gehört das Ausatmen.

Zum Geben gehört das Nehmen.

Zur Leistung gehört die Erholung.

Zur Geborgenheit gehört die Einsamkeit.

Zur Spannung gehört die Entspannung.

Chinesische Weisheit

 

Es gibt zwei Arten von Stress:

Distress (griech. dis = schlecht) und

Eustress (griech. eu = gut).

 

Eustress ist positiver Stress, den wir zum Beispiel bei einem Motorradrennen erleben oder bei anderen Sportarten erleben.

Distress ist schädlicher Stress. Wir können Stress also positiv oder negativ erleben.

 

 

Was können Sie tun, um ein Zuviel an Stress abzubauen?

1. Bewerten Sie Situationen anders

Oft erleben wir bestimmte Situationen als besonders belastend, da wir an einer bestimmten Perspektive festhalten. Wenn wir es schaffen, gedanklich eine Situation aus einer neuen Perspektive zu betrachten, können wir einen Abstand von dieser Situation erreichen oder diese sogar in einem neuen Lichte sehen. Eine Landschaft kann unterschiedlich aussehen, je nachdem aus welcher Perspektive man sie betrachtet. Es gibt Menschen, die bei einem Stau entspannt bleiben, wo sich andere aufregen. Eine neue Perspektive kann helfen Stress abzubauen.

 

2. Hilfreiche Fragen für einen Perspektivenwechsel sind:

  • Was ist positiv an der Stresssituation?
  • Was kann im schlimmsten Fall überhaupt passieren?
  • Wie würde ich die Situation nach einem Jahr erleben?
  • Wie würde mein bester Freund die Situation erleben?

 

3. Nutzen Sie Entspannungsverfahren

Entspannungsverfahren helfen Dauerspannungen abzubauen und besser in Stresssituationen zu bestehen. Mit Entspannungsverfahren wie Autogenes Training, Yoga oder Meditation können wir unsere eigene "innere Tourenzahl" senken. Sich-Entspannen-Können ist eine Fähigkeit, die jeder lernen kann. Teilweise benutzt jeder von uns Entspannungsverfahren, meist jedoch eher unbewusst. Viele können sich gut entspannen, wenn sie auf dem Sofa liegen, in die Sauna gehen oder klassische Musik hören. Es gibt viele Methoden sich zu entspannen. Es reichen Ihnen oft schon einige Minuten, um sich von all den Gedanken zu lösen. Praktizieren Sie ein Entspannungsverfahren regelmäßig. Manchem hilft ein Kurs an der Volkshochschule.

 

4. Nehmen Sie sich Auszeiten

Auszeiten, in denen Sie eine Zeit für sich sind, können helfen, wieder eine innere Ruhe zu finden. Dies können Spaziergänge sein oder einfach Zeit, in der Sie einfach nur für sich sind. Auch regelmäßige Urlaube helfen beim Abschalten.

 

5. Arbeiten Sie an Ihrem Zeitmanagement

Häufig entsteht Stress durch viele Aufgaben, die wir gleichzeitig erledigen müssen. Zeitmanagement hilft hier Prioritäten zu setzen. Nutzen Sie Planungstechniken und strukturieren Sie Ihren Arbeitstag. Stellen Sie sich immer wieder die Frage:

Was ist jetzt wirklich wichtig?

 

7. Reden Sie sich gut zu

Oft tauchen im Stress Gedanken wie "Beeile Dich!", "Das wird schiefgehen!" oder "Alles ist schrecklich!" usw. auf. Diese Gedanken führen oft dazu, dass wir uns gedanklich noch mehr stressen. Durch positive Selbstinstruktionen können wir diesen Mechanismus stoppen und uns selbst positiv beeinflussen.

 

Solche positiven Selbstinstruktionen sind zum Beispiel: "Bleib ruhig!""Entspanne Dich!""Nur Mut!", "Ich schaffe es schon"oder "Eines nach dem anderen!". Positive Selbstinstruktionen können kurze Sprichwörter oder Aufmunterungen sein.

 

8. Setzen Sie sich nicht permanent unter Druck

Ein gewisser Leistungsanspruch ist gut. Ein Zuviel ist schädlich. Häufig geht der größte Druck von uns selbst aus. Wir vergleichen uns häufig mit anderen, was zu weiterem Druck führt. Orientieren Sie sich an sich selbst, statt sich permanent mit anderen zu vergleichen. Versuchen Sie zu sich selbst zu stehen und eine gewisse Gelassenheit zu entwickeln.

 

Autor: Ingo Krawiec, Krawiec Consulting

Zweite, überarbeitete Fassung vom 11.03.2014