Trainer-Burnout vermeiden (Nr.34)

Was kann ein Trainer gegen Burnout tun?


Trainer-Burnout vermeidenViele Trainer fühlen sich nach langen Trainingsphasen ausgebrannt.

 

Dieses Trainer-Burnout äußert sich oft in einer Niedergeschlagenheit, Energielosigkeit und wenig Spaß und Interesse die noch geplanten Trainings durchzuführen.

 

Wenn Anzeichen dieses Trainerburnouts auftreten, ist dies als ein sehr wichtiges Warnzeichen zu sehen, denn wenn ein ausgebrannter Trainer ein Seminar durchführt, kann dies nur mit gewissen Qualitätseinbußen einhergehen.

 

 

In Dir muss brennen, was Du in anderen entzünden willst.Heiliger Augustinus

 

Ursachen für das Trainer-Burnout sind

  • hohe Auslastung
  • wenig Zeit für Regeneration
  • viele Seminare mit ähnlichen Inhalten ohne viel Abwechslung.

 

Hinzu kommt, dass der Trainerberuf stärker als andere Berufe burnout-gefährdet ist, da er ein inhärentes Ungleichgewicht hat: Man gibt häufig mehr, als man zurückbekommt. Dies hängt natürlich auch von den Teilnehmern ab. Man könnte diese Symptomatik auf den Punkt bringen, dass der Trainer mehr Output gibt als er Input bekommt. Hierdurch verschleißen viele Trainer, das Burnout-Syndrom entsteht.

 

Was kann ein Trainer gegen Burnout tun?

1. Konsequent urlauben

Nach einer anstrengenden Trainingsphase ist Urlaub eines der besten Mittel, die innere Batterie wieder aufzutanken. Oft tut es schon ein Kurzurlaub, ein verlängertes Wochenende. Urlaub ist kein Luxus, Urlaub ist Regeneration. Entwickeln Sie genügend Eigendisziplin, um sich den Urlaub zu gönnen, bevor Sie ihn nötig haben. Nehmen Sie sich die Zeit, sich auf die schönen Dinge des Lebens zu konzentrieren.

 

2. Inhalte und Methoden frisch halten

Wer jahrein jahraus dasselbe Programm durchzieht, wird sich längerfristig verschleißen. Das Problem ist nur: Der Job ist oft nicht so abwechslungsreich, wie wir uns das wünschen. Das ist kein Job der Welt. Kein Job ist immer so abwechslungsreich, interessant, lohnend, etc. wie wir uns das wünschen, sondern immer nur so abwechslungsreich, interessant, etc. wie wir ihn machen.

Wenn Sie das Gefühl haben, in einer Tretmühle gefangen zu sein - brechen Sie aus. Überlegen Sie sich, wie Sie frischen Wind in alte Konzepte bringen können. Was können Sie tun, damit Ihnen Ihr Training wieder Spaß macht?

Motivation fällt nicht vom Himmel. Sie ist Aufgabe. Und ganz nebenbei gesagt: Wenn Sie alte, langweilige Seminare für sich wieder interessant machen, haben auch Ihre Teilnehmer etwas davon, wovon wiederum Sie etwas haben. Selbstmotivation lohnt sich.

 

3. Selbst neue Inputs bekommen

Trainer führen Trainings durch, Trainer bilden Teilnehmer weiter. Wenn man aber in der Szene selbst schaut, wie selten ein Trainer selber ein Training besucht und wie wenig die meisten für ihre eigene Weiterbildung tun, dann kann man sich gut vorstellen, dass manchen irgendwann die frischen Impulse und Ideen ausgehen.

Warten Sie nicht, bis Sie Ihre Trainings langweilig oder frustrierend finden. Denken Sie proaktiv. Versorgen Sie sich ständig mit neuen Inputs, welche die Stimmung oben halten. Suchen Sie wieder nach neuen Inputs auf Ihren fachlichen Gebieten.

Lesen Sie mal wieder etwas über Fachthemen oder publizieren Sie einen Beitrag zu einem Thema, das Sie bewegt - die Fachredaktionen warten auf gut geschriebene Artikel. Planen Sie jährlich mindestens ein bis drei Fortbildungen ein.

Tauschen Sie sich mit Kollegen aus und nehmen Sie an Kongressen teil. Vernetzen Sie sich mit anderen Kollegen. Nutzen Sie Coachings und Supervisionen. Diese Inputs helfen Ihnen, wieder neue Outputs zu bringen. Zuerst muss es dem Trainer gut gehen - dann geht's auch dem Klienten gut.

 

4. Balance zwischen Kontakt und Rückzug

Halten Sie eine angemessene Balance zwischen Kontakt und Rückzug, zwischen öffentlicher und privater Zeit. Wenn Sie im Training sind, reden Sie praktisch zwölf Stunden am Tag mit Teilnehmern, auch in den Pausen, oft auch noch am Abend. Je intensiver und länger der Kontakt, desto intensiver und länger sollten auch die Rückzugsmöglichkeiten sein. Diese Rückzugsmöglichkeiten kommen nicht von selbst, Sie müssen sie gezielt schaffen.

Das heißt, dass man sich auch mal gegen die Teilnehmer abgrenzen kann und muss, wenn diese zu vereinnahmend werden. Das kann man sehr höflich aber deutlich tun. Gehen Sie alleine spazieren. Ziehen Sie sich auch mal auf Ihr Zimmer zurück und entspannen Sie sich auf eine Ihnen gemäße Weise.

Der eine legt eine inspirierende oder entspannende CD ein, der andere praktiziert Autogenes Training. Nutzen Sie die Hotelsauna. Wobei entspannen und regenerieren Sie am besten? Wer sich nicht ausreichend regeneriert, kann im Seminar auch nicht voll präsent sein. Es ist nicht zwingend, dass Sie den ganzen Tag mit den Teilnehmern verbringen müssen.

 

5. Selbst Spaß am Training haben

Prüfen Sie für sich ganz genau, wie Sie Ihr Wohlbefinden und Ihren Spaß im Training steigern können. Wie auch bei dem Thema Selbstmotivation ist der Spaß an der Durchführung des Trainings eine der wichtigsten Dinge. Stellen Sie sicher, dass es Ihnen im Training gut geht. Viele Trainer schauen mehr nach dem Wohlbefinden der Teilnehmer als nach ihrem eigenen. Nur wenn Ihnen das Training Spaß macht können Sie Ihren Teilnehmern Motivation vermitteln.

 

6. Selber lernen bei jedem Training

Versuchen Sie, aus jedem Training etwas zu lernen. Auch wenn für die Teilnehmer das Lernen im Vordergrund steht, lernt auch jeder Trainer bei einem Training etwas. Er lernt etwas über Menschen, über Organisationen und wie bestimmte Inhalte oder Übungen wirken. Halten Sie dieses eigene Lernen wach. Vergegenwärtigen Sie sich nach jedem Seminar, was Sie selber in dem Seminar gelernt haben und welche Erfahrungen Sie dazu gewonnen haben. Ich bin immer wieder von neuem überrascht, was für interessante Teilnehmer im Training sind, wenn man diese etwas näher kennen gelernt hat.

 

Autor: Ingo Krawiec, Krawiec Consulting

Zweite, überarbeitete Fassung vom 05.08.2014