Geheime Teamspielregeln (Nr.5)

Welche wichtigen Gesetzmäßigkeiten und Regeln für Teams gibt es?


Geheime Teamspielregeln (Nr.5)Teams sind ein wichtiger Bestandteil jeder erfolgreichen Organisation. Die Prinzipien und Gesetzmäßigkeiten von Teams zu kennen ist notwendig für deren effektive Steuerung.

 

Zur Gruppendynamik von Teams liegen eine ganze Reihe von Ansätzen wie die Teamentwicklungsuhr, Gruppenpositionen usw. vor. Diese sind mittlerweile überwiegend bekannt. Spannende und neue Gedanken über Teams kommen aus der Organisationsaufstellungsarbeit von Gunthard Weber, die ich auf die Führung von Teams übertragen habe.

 

... Das Leben spricht - allein ... nur das Leben.Goethe

 

 

Welche wichtigen Gesetzmäßigkeiten und Regeln für Teams gibt es, die jeder Teamleiter beachten sollte?

 

1. Die "alten Hasen" haben die älteren Rechte

Bei gleichgestellten Teammitgliedern haben die Teammitglieder, die länger im Team sind, die bessere Position und die älteren Rechte. Wird diese Position von später dazugekommenen Teammitgliedern nicht gewürdigt und anerkannt, ist ein Konfliktpotenzial angelegt. Dies gilt auch für neue Teamleiter. Jeder neue Teamleiter sollte sich mit den"alten Hasen" im Team gut stellen, da sonst neue Ideen und Impulse nicht greifen. Er muss die Erfahrung und Kompetenzen dieser Teammitglieder schätzen lernen.

 

2. Die Aufgabe steht bei einem Team im Vordergrund

Viele Teams beschäftigen sich nur noch mir sich selbst und haben die Aufgabe und die Zielsetzung des Teams aus dem Auge verloren. Diese Teams sind zu betrieblichen Big-Brother-Gruppen mutiert. Sie beschäftigen sich nur noch mit sich selbst und diskutieren ihre Beziehungsprobleme. Hier muss der Teamleiter die Teamaufgabe und die Teamziele deutlich machen.

 

3. Der Ausgleich von Geben und Nehmen im Team

Alle Teammitglieder führen eine innere Kontoführung. Sind die Bilanzen bei einzelnen nicht ausgeglichen, kommt es zu Unzufriedenheiten, Schuldgefühlen und Konflikten. Wenn ein Teammitglied zu viel gibt oder andere zu viel nehmen, sind Spannungen im Team vorprogrammiert. Der Teamleiter sollte darauf achten, dass dieses Geben und Nehmen im Team ausgeglichen ist.

 

4. Das Recht auf Zugehörigkeit und die Pflicht zum Einsatz

Jedes Teammitglied hat das gleiche Recht dazu zu gehören und seinen Platz sicher zu wissen. Wird sehr leichtfertig mit der Teamzugehörigkeit umgegangen (Versetzungen oder Outsourcing), wird schnell das Vertrauen im Team verspielt. Längerfristige Motivationsblockaden können die Folge sein. Je höher der Beitrag des Teammitglieds zum Überleben der Organisation, desto besser seine Position. Somit hat auch jedes Teammitglied die Pflicht, einen Beitrag für den Erhalt der Organisation zu bringen.

 

5. Leistung muss sich lohnen

Haben bei gleichbezahlten Teammitgliedern einer oder mehrere besondere Kompetenzen, die sie für das Weiterkommen des Unternehmens einsetzen, müssen diese gewürdigt werden. Eine rein teamorientierte Bezahlung führt zu Demotivation einzelner Teammitglieder und kann dazu führen, dass sie das Unternehmen verlassen.

 

6. Trennungen können heilsam sein

Wenn ein Teammitglied das Unternehmen nachhaltig schädigt und ihm nicht gekündigt wird, führt dies zu Demotivation, Beziehungsproblemen und Vertrauensverlust im Team. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Natürlich ist bei Trennungen wichtig, dass diese mit gegenseitigem Respekt erfolgen. Ungut Gekündigte bleiben den Teammitgliedern oft noch Jahre im Gedächtnis haften.

 

7. Bei Neuem das Alte würdigen

Jede neue Idee stellt eine Kritik der alten Idee dar. Wenn bei Neuerungen im Team alte Vorgehensweisen, die sich teilweise über Jahre bewährt haben, nicht gewürdigt werden, setzt sofort Widerstand ein. Jeder Besserwisser bekommt dies in seiner Umgebung zu spüren. Als Neuer versucht man zunächst das Alte zu verstehen, bevor man mit der Veränderung loslegt. Auch so mancher Missionar ist früher in fremden Kulturen im Kochtopf der Eingeborenen gelandet.

 

8. Leitung muss erkennbar sein

Auch bei team- und gruppenarbeitsorientierten Formen sollte die Leitung klar erkennbar sein und bleiben. Jedes Team hat ein Bedürfnis nach Leitung und Orientierung. Auch bei Gruppenarbeit sollten die Teamziele klar sein. Lässt man ein Team alleine wirken, kann Orientierungslosigkeit und Unsicherheit die Folge sein. Leitung heißt hier nicht, dass man autoritär andere abkanzelt, sondern dass man als Teamleiter trotz aller Demokratie auch Grenzen und Ziele deutlich macht. Führen ist auch eine Dienstleistung. Es ist auch nicht gut für ein Team, wenn der Teamleiter den Teammitgliedern zu nahe steht. Hier kann er leicht den Überblick verlieren. Zum Führen gehört auch, mit Einsamkeit umgehen zu können.

 

 

Autor: Ingo Krawiec, Krawiec Consulting

Zweite, überarbeitete Fassung vom 18.03.2013