Florenzer Marktplatz

Seminarmethode zum Einstieg – Beziehungsaufbau durch Bewegung und Begegnung

Seminarmethode „Florenzer Marktplatz“: Symbolgrafik mit mehreren Gesprächsgruppen – Austauschmethode zur Vernetzung von Themen und Perspektiven im Training.

 

Der "Florenzer Marktplatz" ist eine aktivierende Kennenlernmethode für große Gruppen. Die Teilnehmenden bewegen sich durch den Raum, begrüßen sich und tauschen sich in kurzen Gesprächen zu Erwartungen oder Vorerfahrungen aus. So entsteht schnell Kontakt, Bewegung und eine offene Seminaratmosphäre.

 

Ziele

  • Auflockerung und Aktivierung zu Beginn des Seminars
  • Kennenlernen in Bewegung und entspannter Atmosphäre
  • Förderung von Kontakt, Nähe und Vertrauen unter den Teilnehmenden
  • Gruppendynamik anregen und Energie ins Seminar bringen

Material

  • Kein Material erforderlich, jedoch wird eine großer Seminarraum benötigt

Ablauf

Gerade bei größeren Gruppen ist eine klassische Vorstellungsrunde oft nicht praktikabel. Die Methode „Florenzer Marktplatz“ bietet hier eine lebendige Alternative: Sie ermöglicht gleichzeitig Kennenlernen, Bewegung und erste thematische Gespräche.
Voraussetzung: Ein ausreichend großer Raum, in dem sich alle frei bewegen können.
Anleitung durch die Seminarleitung:
„Stehen Sie bitte auf und verteilen Sie sich im Raum. Stellen Sie sich vor, Sie befinden sich auf dem Marktplatz in Florenz – voller Leben, Stimmen, Eindrücke. Schauen Sie sich um, nehmen Sie die Atmosphäre wahr. Jetzt beginnt unser Rundgang – wie auf einem echten Marktplatz.“
Die Übung läuft in mehreren kurzen Begegnungsphasen ab – jeweils mit wechselnden Gesprächspartner*innen:
Phase 1: „Gehen Sie bitte umher und begrüßen Sie drei Menschen, die Sie noch nicht (gut) kennen. Ein kurzes ‚Hallo‘ oder ein Handschlag genügt.“
Phase 2: „„Suchen Sie sich nun eine Person aus, die Sie noch nicht begrüßt haben, und tauschen Sie sich für zwei Minuten aus: – Wer bist du? – Was hat dich heute hierhergebracht? Wiederhole Sie dies zweimal."
Phase 3: „Tauschen Sie sich nun mit drei weiteren Teilnehmenden über Ihre Erwartungen an das Seminar aus.“
Phase 4: „Und jetzt begegnen Sie drei neuen Menschen und sprechen Sie über Ihre Vorerfahrungen mit dem Thema.“
Je nach Zielsetzung und Thema können weitere Fragen hinzugefügt oder angepasst werden.

Einsatzmöglichkeiten 

  • Besonders geeignet für Seminare mit 15 oder mehr Teilnehmenden
  • Ideal für Seminarstarts, Tagungen, Fachtage oder Veranstaltungen mit heterogenen Gruppen
  • Funktioniert auch gut ohne thematische Vorkenntnisset 

Tipps & Hinweise

  • Bei sehr großen Gruppen empfiehlt sich der Einsatz eines Mikrofons, um die Anweisungen klar und verständlich zu geben.
  • Achte auf eine lockere, motivierende Sprache, die die Marktplatz-Metapher unterstützt.
  • Die Methode lebt vom Wechsel der Gesprächspartner – kurze, spontane Gespräche sind vollkommen ausreichend.
  • Die Gesprächsphasen können thematisch angepasst werden (z. B. Lieblingsprojekt, größter Lernerfolg, eine berufliche Herausforderung etc.)
  • Anstelle von Einzelgesprächen können sich auch kleine Gruppen (Dreier-/Vierergruppen) bilden
  • Auch als bewegte Wiederholungsrunde am Seminarende nutzbar: „Was nehme ich mit?“, „Was hat mich überrascht?“ etc.
  • Musik kann zur Untermalung genutzt werden (z. B. leise italienische Straßenmusik im Hintergrund).
  • Die Übung ist niedrigschwellig – ideal auch für zurückhaltende Teilnehmende.
  • Wichtig: nicht zu schnell takten, damit echte Gespräche möglich werden.
  • Statt „Florenz“ kann auch ein anderer Ort genutzt werden: z. B. „Basar in Marrakesch“, „Sommerfest im Park“, „Bahnhofshalle“ – je nach Zielgruppe und Thema.

Dauer

  • Ca. 10–20 Minuten, abhängig von Gruppengröße und Anzahl der Gesprächsrunden

Herkunft

  • Unbekannt – vielfach erprobt in der Seminarpraxis Nachzulesen in: Methodensammlung für Trainerinnen und Trainer, Peter Dürrschmidt et al., 2015, S. 219