Fishbowl

Seminarmethode für Workshops und Moderationen – Heiße Diskussionen geregelt führen

Seminarmethode „Fishbowl“: Symbolgrafik mit Goldfischglas – Diskussionsmethode mit innerem und äußerem Kreis zur strukturierten Beteiligung im Training.

 

Fishbowl ist eine Diskussionsmethode für große Gruppen, bei der ein kleiner Innenkreis aktiv diskutiert, während der Außenkreis zuhört. Wer mitreden möchte, wechselt durch einen freien Stuhl oder Platztausch in den Innenkreis. Die Methode sorgt für Struktur, Disziplin und lebendigen Austausch, auch bei kontroversen Themen.

 

Ziele

  • Strukturierte Diskussionsform für große Gruppen
  • Geeignet für Themen mit unterschiedlichen oder kontroversen Standpunkten
  • Fördert aktives Zuhören und disziplinierte Gesprächsführung

Material

  • Große Raum mit Stühlen

Ablauf

Die Fishbowl-Methode eignet sich besonders für heiße Diskussionen in Gruppen ab ca. 15 Personen. Klassische Plenumsdiskussionen sind hier oft schwer zu moderieren – die Fishbowl schafft klare Regeln und Struktur.

  1. Raumaufbau:
    Innenkreis („Fishbowl“): 4–5 Stühle für die aktiven Diskutierenden
    Außenkreis: Stühle für alle übrigen Teilnehmenden, die zunächst zuhören
  2. Diskussionsprinzip:
    Nur Personen im Innenkreis dürfen sprechen.
    Teilnehmende im Außenkreis hören zu.
    Wer aus dem Außenkreis in die Diskussion einsteigen möchte, klopft einem Diskutierenden im Innenkreis leicht auf die Schulter.
    Dieser beendet noch seinen Gedanken und wechselt dann in den Außenkreis.
    Leere Stühle im Innenkreis müssen nicht sofort besetzt werden.
  3. Verhaltensregeln:
    Jeder im Innenkreis darf diesen jederzeit freiwillig verlassen.
    Nebengespräche im Außenkreis sind zu vermeiden.
    Die Moderation achtet auf Redezeit, respektvollen Umgang und Einhaltung der Regeln.
  4. Abschluss:
    Gegen Ende wechseln alle in den Außenkreis.
  5. Gemeinsame Auswertung:
    Welche Argumente wurden gehört? Gab es neue Erkenntnisse?
    Was habe ich mitgenommen?
    Wie war es, nur zuzuhören?
    Was hat mich überrascht?“

 

Fishbowl-Methode: Grafik mit Innenkreis und Außenkreis – Diskussionsmethode zur strukturierten Beteiligung und zum Perspektivwechsel im Training.

Einsatzmöglichkeiten

  • Große Gruppen (ab ca. 15 Personen) Themen mit vielen Perspektiven oder Konfliktpotenzial
  • Veranstaltungen, bei denen unterschiedliche Gruppen zu Wort kommen solle
  • Themen mit vielen Perspektiven oder kontroversen Ansichten

Tipps & Hinweise

  • Funktioniert besonders gut bei emotional aufgeladenen oder konfliktträchtigen Themen.
  • Wenn die Gruppe wenig Energie oder Diskussionsfreude hat, ist die Methode weniger geeignet, da die Dynamik von aktiver Beteiligung lebt.
  • Die Methode zwingt Zuhörende zunächst, sich mit den Argumenten auseinanderzusetzen, bevor sie selbst sprechen.
  • Eignet sich auch als Alternative zur klassischen Podiumsdiskussion.
  • Diskussionsrunden in Seminaren, Tagungen und Konferenzen
  • Geschlossene Fishbowl: Nur eingeladene Personen im Innenkreis, kein Wechel der Diskutierenden
  • Mehrere freieStühle: Fördert schnelleren Rollenwechsel Rotierende Gruppen: Nach einer festgelegten Zeit wechseln alle Plätze
  • Online-Fishbowl: Mit Breakout-Räumen oder Videokonferenz-Funktionen (Innenkreis = Kamera an, Außenkreis = Kamera aus)

Dauer

  • Ca. 30–45 Minuten, abhängig von Thema und Gruppengröße

Herkunft

  • Trainertradition – beschrieben u. a. in:
    Sozial kompetent trainieren, Ingo Krawiec, 2011, S. 211
    Kurs- und Seminarmethoden, Jörg Knoll, 2007, S. 185