Schwebender Bambusstab (Magic Bambo)

Aktivierende Seminarmethode – Ein bewährter Klassiker zur Teamarbeit

Seminarmethode „Schwebender Bambusstab“: Teilnehmende arbeiten gemeinsam daran, einen Bambusstab koordiniert zu halten – Übung zu Teamarbeit, Kommunikation und Kooperation.

 

Die Bambusstab-Übung ist ein Team-Energizer, bei dem die Gruppe gemeinsam einen leichten Stab kontrolliert zu Boden bewegen soll – ohne den Kontakt mit den ausgestreckten Zeigefingern zu verlieren. Die scheinbar einfache Aufgabe erfordert Abstimmung, Kommunikation und gemeinsames Handeln. So wird Teamarbeit gefördert und die Dynamik in der Gruppe gestärkt.

 

Ziele

  • Energie- und Konzentrationssteigerung – ideal nach der Mittagspause
  • Förderung von Teamgeist, Kommunikation und Kooperation
  • Spielerisches Erleben gruppendynamischer Prozesse
  • Stärkung von Achtsamkeit, Abstimmung und Frustrationstoleranz

Material

  • Ein leichter Stab (z. B. Bambusstab, Alustange, dünner Plastikstab) → Länge: ca. 2–3 Meter → Muss so leicht sein, dass er durch Berührung leicht „aufsteigt“
  • Alternativ: Zollstock, Zeltstange, Besenstiel (wenn nichts anderes vorhanden
  • Gerolltes Flipchart- oder Pinnwandpapier

Ablauf

1. Aufstellung der Gruppe:
Die Teilnehmenden stellen sich in zwei Reihen gegenüber auf, sodass eine Gasse entsteht – möglichst Schulter an Schulter. Arme werden angewinkelt, Fäuste geballt – nur die Zeigefinger zeigen nach vorne.

2. Startposition:
Der Trainer legt einen leichten Bambusstab (ca. 2 m) quer auf die ausgestreckten Zeigefinger der Gruppe.

3. Aufgabenstellung:
„Der Stab soll gemeinsam – kontrolliert und langsam – auf den Boden abgesenkt werden. Alle Teilnehmenden müssen stets mit beiden Zeigefingern Kontakt zum Stab halten – kein Klammern oder Drücken, nur leicht berühren.“

4. Rahmenbedingungen:
Finger dürfen den Kontakt zum Stab nie verlieren.
Nicht festhalten oder herunterdrücken!
Erst wenn der Stab den Boden berührt, dürfen die Finger gelöst werden.

5. Beobachtungsphase:
Häufig steigt der Stab zunächst nach oben statt nach unten – eine typische Dynamik, die die Übung so spannend macht. Grund: kleinste Druckunterschiede + unbewusste Gegenbewegungen. Kommunikation, Timing und Feingefühl sind gefragt. Mehrere Versuche führen meist zu Verbesserung.

6. Zwischenreflexion (optional):
Wenn die Gruppe ins Stocken gerät:
„Was hilft euch gerade weiter? Was hindert euch?“

7. Abschlussreflexion:
Nach erfolgreicher Durchführung: Was war herausfordernd? Welche Strategien haben funktioniert? Wie wurde kommuniziert? Gab es eine Führung oder Moderation? Welche Rollen wurden eingenommen? Was bedeutet das für unsere Zusammenarbeit im Alltag?

Einsatzmöglichkeiten 

  • Ideal in Trainings mit Team- oder Kommunikationsfokus
  • Auch als Energizer mit Tiefgang geeignet
  • Lässt sich gut mit Transferfragen zur Zusammenarbeit verknüpfen

Tipps & Hinweise

  • Die Länge des Stabs richtet sich nach der Gruppengröße: → ca. 2 m reichen für 6–8 Personen
  • Maximalempfehlung: ca. 16 Teilnehmende pro Gruppe (3-4 m Stab)
  • Bei größeren Gruppen: mehrere Teams parallel arbeiten lassen
  • Humor zulassen – das Scheitern im ersten Versuch ist Teil der Methode.
  • Übung eigt sehr eindrücklich, wie kleine Abstimmungsprobleme große Auswirkungen haben können.
  • Macht unbewusste Dynamiken sichtbar.

Dauer

  • Ca. 30–45 Minuten, inkl. Auswertung (je nach Gruppengröße und Reflexionstiefe)

Herkunft

  • Unbekannt – klassische Trainerübung, u. a. beschrieben in: „Warming-up in Seminar und Training“, Stefan König, S. 39
  • Bekannt aus der Erlebnispädagogik und Teamentwicklung