Train the Trainer: Tipps für den Medien- und Methodeneinsatz

Viele nützliche Tipps für die erfolgreiche Seminardurchführung aus unseren Trainerausbildungen


 

Das 14-Uhr-Loch

Tipp Nr. 1

Das 14-Uhr-Loch meistern

Das 14-Uhr-Loch wird unter Trainern auch als  Schnitzelkoma  oder Suppenkoma bezeichnet: Die Müdigkeit der Teilnehmer nach dem Mittagessen. Hintergrund ist zum einen ein normales physiologisches Tief nach der Mittagspause, welches umso stärker ist, je mehr man gegessen hat.

Als Trainer sollte man versuchen, dieses 14-Uhr-Loch zu minimieren, da müde Teilnehmer bekanntlich nicht lernen. Ein Trainervortrag nach der Mittagspause wäre hier die schlechteste Alternative!

Überlegen Sie sich Übungen, um die Teilnehmer wieder zu aktivieren und die Atmosphäre zu verbessern. Energizer (kleine Spiele) können helfen, oder  auch Gruppenarbeiten, Übungen und Begehungen. Manche Trainer nutzen lustige Videos oder sogar Gymnastik als Wachmacher. Überlegen Sie sich ein spezielles „Design“, um das 14-Uhr-Loch zu meistern.

 


 

Die richtigen StifteTipp Nr. 2

Die richtigen Stifte für das Flipchart nutzen

Für die sinnvolle Nutzung  eines Flipcharts sind drei Voraussetzungen notwendig: Sie haben genügend Papier, es sind Flipchartmarker vorhanden und es sind die richtigen Marker.

Verlassen Sie sich nicht auf die Ausstattung der Hotels und Tagungsstätten. Nehmen Sie immer einen Satz Stifte mit. Bei den Flipchartmarkern gibt es zwei Arten von Stiften: den Rundstift und den Keilstift.

Für Texte am Flipchart ist der Keilstift deutlich besser, da dieser dicker schreibt und ein kaligraphisches Schriftbild möglich ist. Wir empfehlen z.B. den Edding 383 oder den Neuland Nr. 1. Die schönste Schrift produziert der Edding 388.

Ausführlicher Fachartikel: Tipps fürs Flipchart... »

 


 

Energizer

Tipp Nr. 3

Energizer bringen Lebendigkeit

Bei einem Energizer handelt es sich nicht um eine Batteriesorte oder einen Energietrink, sondern um Übungen, die das Energielevel in der Gruppe erhöht und damit eine bessere Atmosphäre schaffen.

Dies können Ballspiele sein, aber auch eine Knobelaufgabe kann ein Energizer sein. Haben Sie immer eine paar Energizer in Ihrem Trainerkoffer, um zum Beispiel - gerade nach einer Mittagpause - die Gruppe zu neuer Lebendigkeit zu bringen. Auch bei anderen „Tiefs“ kann ein Energizer helfen.

Siehe auch hier: Seminarmethoden

 


 

Druckschrift statt Schreibschrift

Tipp Nr. 4

Druckschrift statt Schreibschrift

Eine alte Regel für die Nutzung von Flipchart und Pinwand heißt „Druckschrift statt Schreibschrift“.

Da unsere Schreibschrift mehr individuelle Züge hat als unsere Druckschrift, empfiehlt es sich für die Mehrheit der Trainer, die Druckschrift zu üben. Eine Orientierung ist die deutsche Normschrift. Diese  Empfehlung gilt auch für neue Medien wie das Tablet. Wenn Sie einen elektronischen Stift nutzen, ist auch hier Druckschrift besser lesbar.

Natürlich keine Regel ohne Ausnahme. Wenn Sie eine wunderschöne Schreibschrift haben, dann können natürlich z. B. auch Zitate mit Schreibschrift geschrieben werden.

 


 

Die Kopfstandtechnik im Training

Tipp Nr. 5

Die Kopfstandtechnik im Training

Die Kopfstandtechnik kommt aus dem Kreativitätstraining. Man versucht, Lösungen durch eine umgekehrte Aufgabenstellung zu finden. In Trainingssituationen kann diese Technik „umgekehrte Fragestellungen zu formulieren“ helfen, um neue Ansätze und Ideen zu einem Thema zu finden. Beispiel: Zusätzlich zu der Frage: Wann wird das Training ein Erfolg?, kann noch die Frage formuliert werden: Wann wird das Training ein Flop? Durch diese zusätzliche Frage können eventuell weitere Antworten gefunden werden. Ein weiteres Beispiel: Was hilft Ihnen bei der Umsetzung der Trainingsinhalte? Die zusätzliche Frage könnte lauten: Was müssen Sie tun, um nichts von den Inhalten umzusetzen?

 


 

Nutze gelegentlich Lehrgespräche

Tipp Nr. 6

Nutze gelegentlich Lehrgespräche

Lehrgespräche (auch Sokratische Methode oder fragend-entwickelnde Methode genannt) verbessern die Interaktion im Training.

Statt die Inhalte nur über einen Input an die Teilnehmer zu geben, werden die Inhalte mit den Teilnehmern über Fragen erarbeitet. Voraussetzung sind gewisse Vorerfahrungen mit dem Thema.

Der Ablauf ist folgender: Offene Frage überlegen, Frage den Teilnehmern stellen, Antworten sammeln (eventuell Flipchart nutzen), Antworten kommentieren oder ergänzen.

Das Lehrgespräch ist zielorientierter im Vergleich zum Brainstorming, da der Trainer hier stärker eingreift. Wichtig bei der Durchführung des Lehrgespräches ist, dass der Trainer wertschätzend mit den Teilnehmerantworten umgeht.

 


 

Lieber die induktive Methode nutzenTipp Nr. 7

Lieber die induktive Methode nutzen

Es lassen sich zwei Trainingsmethoden unterscheiden: die induktive und die deduktive Methode.

Die deduktive Methode beinhaltet, vom Allgemeinen zum Speziellen vorzugehen. Dies bedeutet, der Trainer startet mit der Theorie (Gesetz, Regel) und bringt dann konkrete Praxisbeispiele („von oben nach unten“). Bei der induktiven Methode wird beim Speziellen aus der Praxis gestartet und dann ins Allgemeine gegangen. Dies bedeutet, dass der Trainer mit einem Praxisfall oder Praxisproblem startet und dann die Theorie bringt („von unten nach oben“). Die Teilnehmer können sich bei der induktiven Methode in der Regel besser mit den Inhalten identifizieren, da Ihnen das Praxisproblem klar ist.

Ein Beispiel für die induktive Methode aus einem Präsentationstraining: Sie erleben in einer Übung Ihre Schwierigkeiten bei der freien Rede. Erst danach liefert der Trainer die Theorie dazu, was bei der freien Rede zu beachten ist.

 


 

Genügend Zeit für den Seminarschluss lassenTipp Nr. 8

Genügend Zeit für den Seminarschluss lassen

Ein Problem vieler Trainer ist, dass sie zu viel Stoff in das Seminar packen und gegen Ende unter Druck geraten, weil sie nicht mehr genügend Zeit für einen sinnvollen Abschluss haben. Auch für den Seminarabschluss sollten Sie Zeit einplanen. Dazu gehören Aufgaben wie Feedbackrunde, Ausfüllen der Beurteilungsbögen, Zusammenfassungen, Ausblick, Folgemaßnahmen, Wiederholungen, Transferaufgaben, Klärung offener Fragen, Abschied nehmen usw.. Die Teilnehmer sollten einen guten Eindruck vom Seminarende in Erinnerung behalten.

 


 

Eine Folie ohne Bild ist keine echte Visualisierung

Tipp Nr. 9

Eine Folie ohne Bild ist keine echte Visualisierung

Eine Text-Folie in PowerPoint ist keine echte Visualisierung, die vom Gehirn sofort abgespeichert werden kann.

Der Text auf einer Folie muss erst gelesen werden und spricht damit eher den auditiven Kanal (Hören) an. Eine echte Visualisierung ist ein Bild, eine Graphik oder eine Zeichnung, die eine Aussage unterstützt und es uns damit leichter macht, diese abzuspeichern.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.

Versuchen Sie, auf jeder PowerPoint-Folie ein Bild oder eine Graphik zu nutzen, die die Kernaussage unterstützt.

Dies gilt auch für die Nutzung des Flipcharts. Ausschließlich Bilder zu nutzen, ist jedoch auch nicht ausreichend, da mit der Sprache Kernaussagen eingängiger formuliert werden können.

 


 

Flipcharts immer mindestens dreifarbig nutzen

Tipp Nr. 10

Flipcharts immer mindestens dreifarbig nutzen

in häufiger Fehler von Trainern bei der Nutzung des Flipchart ist, dass sie den erstbesten Stift nehmen und diesen dann nicht mehr aus der Hand geben. Meistens ist dann das Flipchart ausschließlich mit Schwarz beschrieben.

Wenn Sie für Hervorhebungen und Überschiften noch Blau, Rot oder Grün verwenden, wird das Flipchart gleich übersichtlicher. Auch werden wichtige Dinge deutlicher und es führt optisch zu mehr Abwechslung.

Zu viele Farben können natürlich auch abschrecken, aber drei sollten es mindestens sein.

 


 

Groß- und Kleinschreibung bei Folien und Charts

Tipp Nr. 11

Groß- und Kleinschreibung bei Folien und Charts

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit ist die Groß- und Kleinschreibung bei Folien und Charts.

Viele Trainer verwenden jedoch für Überschriften oder sogar den gesamten Text die Großschreibung, weil sie denken, dass dies besser aussieht oder besser lesbar ist. Großschreibung ist schlechter lesbar, da Erwachsene eine Wortbilderkennung haben. Erwachsene lesen nicht mehr innerlich mit (subvokalisieren), sondern erfassen das gesamte Wort wie ein Bild. Ein großgeschriebenes Wort ist für uns ungewohnt und wird als „unbekannt“ eingestuft, daher muss es zunächst „innerlich“ gelesen und erfasst werden, was länger dauert. Somit ist es schlechter lesbar.

 


 

Feedback-Bögen nutzen

Tipp Nr. 12

Feedback-Bögen nutzen

Feedback-Bögen oder Seminarbeurteilungsbögen sind ein wichtiges Hilfsmittel, um von den Teilnehmern am Seminarende ein systematisches Feedback zu bekommen.

Der Vorteil der Bögen ist, dass diese auch statistisch ausgewertet werden können. Auch schreibt vielleicht der eine oder andere Teilnehmer etwas in den Bogen, was er vielleicht in der Abschlussrunde nicht gesagt hätte. Feedback-Bögen sollten nicht zu lang sein und auch die Möglichkeit bieten, freie Kommentare, Tipps und Ideen zu geben.

Feedback-Bögen gehören zu einer professionellen Seminardurchführung.

 

Autor: Ingo Krawiec, Krawiec Consulting

 

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