Zurufabfrage
Einstieg ins Thema und Interaktion fördern
Die Zurufabfrage ist eine einfache Moderationsmethode, um innerhalb kurzer Zeit viele Beiträge aus der Gruppe zu sammeln. Die Teilnehmenden rufen ihre Antworten, Ideen oder Assoziationen spontan in den Raum, während der/die Moderator:in diese sichtbar mitschreibt (z. B. auf Flipchart, Whiteboard oder Pinnwand). Sie eignet sich sowohl zur Aktivierung als auch zum Einstieg zu einem Thema.
Ziele
- Ideen zu einem Thema schnell und unkompliziert sammeln
- Interaktion und Beteiligung der Teilnehmenden erhöhen
- Themenstart aktiv und kreativ gestalten
- Vorwissen, Meinungen oder Ideen sichtbar machen
Material
- Flipchart, Whiteboard oder Pinnwand und Stifte
Ablauf
1. Vorbereitung
- Der/die Trainer:in notiert eine offene, klar formulierte Frage gut sichtbar auf einem Flipchart oder einer Pinnwand.
- Beispiel: „Was motiviert Trainingsteilnehmende?“
2. Durchführung
- Die Teilnehmenden rufen spontan ihre Ideen und Antworten in den Raum.
- Der/die Trainer:in schreibt alle Beiträge im Originalwortlaut direkt auf das Flipchart oder die Pinnwand.
- Es erfolgt keine Bewertung, weder verbal noch nonverbal. Auch scheinbar „unnütze“ Beiträge oder Doppelnennungen werden notiert
3. Besonderheit
- Das gegenseitige Anhören der Ideen löst oft neue Gedanken und Impulse aus.
- Da nichts selbst geschrieben werden muss, fallen mögliche Hemmungen beim Formulieren auf Karten weg.
Einsatzmöglichkeiten
- Vielfältig einsetzbar: z. B. als Themenstart, zur Ideensammlung, als Blitzfeedback oder zur Erwartungsabfrage
Tipps & Hinweise
- Zu Beginn kommen die Antworten manchmal zögerlich – hier gezielt ermutigen.
- Bei sehr aktiven Gruppen kann es passieren, dass der/die Trainer:in mit dem Mitschreiben kaum hinterherkommt (ggf. Co-Moderator:in einsetzen).
Varianten
- Kartenabfrage: Anstelle direkter Notizen auf Flipchart oder Pinnwand können die Zurufe auf Moderationskarten geschrieben und anschließend geclustert werden.
- Digitale Zurufabfrage: Sammlung in einem kollaborativen Online-Tool (z. B. Miro, Mentimeter, Padlet).
Dauer
- Ca. 5–10 Minuten, je nach Gruppengröße und Variationslust
Herkunft
Moderationsmethode (vermutlich Quickborner Team). Beschrieben u. a. in:
- KurzModeration: Anwendung der ModerationsMethode im Betrieb, Schule, Kirche, Politik, Sozialbereich und Familie, bei Besprechungen und Präsentationen, Einhard Schrader, Karin Klebert, Walter G. Straub, 2003, S. 136