Provokations-Thesen

Mit pointierten Aussagen ins Thema einsteigen und Diskussion anregen

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Bei der Methode „Provokationsthesen“ werden in den vier Ecken des Raumes Pinnwände oder Flipcharts aufgestellt, jeweils mit einer klar zugespitzten, provokanten Aussage zum Seminarthema. Die Teilnehmenden bewegen sich von Ecke zu Ecke und notieren ihre spontanen Gedanken, Argumente oder Reaktionen direkt auf den Plakaten.

Ziele

  • Aktivierende Anwärmübung zum Einstieg in ein Thema
  • Kreativer Impuls, um unterschiedliche Sichtweisen sichtbar zu machen
  • Kritisches Denken und Argumentationsfähigkeit stärken

Material

  • Vier Pinwände oder Flipcharts mit Papier und Stiften

Ablauf

1. Vorbereitung

  • Im Raum werden vier Pinnwände oder Flipcharts in den vier Ecken aufgestellt.

2. Thesen platzieren

  • Auf jedem Plakat steht eine provokante These zum Seminarthema.
  • Beispiel für ein Führungstraining:
    „Führung ist in den letzten Jahren immer schwieriger geworden.“
    „Gute Führungskräfte müssen nicht beliebt sein.“
    „Wer keine Überstunden macht, ist nicht engagiert.“
    „Mitarbeiter wollen geführt werden – Mitbestimmung verwirrt nur.“

3. Ideensammlung

  • Die Teilnehmenden verteilen sich zu den Plakaten und notieren auf den Plakaten alle Gedanken, Argumente oder Beispiele, die ihnen zu den Thesen einfallen – Zustimmung, Widerspruch, Ergänzungen. Die Teilnehmenden können frei zwischen den Thesen wechseln.

4. Auswertung

  • Einige Paare oder alle Paare teilen ein oder zwei ihrer wichtigsten Punkte mit der gesamten Gruppe.

Hinweis: Die Methode erinnert in ihrer Dynamik an das „Graffiti“, nutzt aber bewusst polarisierende Aussagen als Auslöser.

Einsatzmöglichkeiten

  • Ideal für den Themenstart
  • Eignet sich auch zum Sammeln von Argumenten oder Erfahrungen zu einem bestimmten Schwerpunkt

Tipps & Hinweise

  • Die Thesen sollten knapp, zugespitzt und gut überlegt formuliert sein, damit sie zu kontroversen Diskussionen anregen und unterschiedliche Positionen deutlich werden.

Varianten

  • Gruppenarbeit: Jede Gruppe formuliert eine überarbeitete These, die sie im Plenum vorstellt.
  • Gruppendiskussion: Die Teilnehmenden gehen zu der Ecke/These, die sie spontan am meisten anspricht, herausfordert oder interessiert. In den Thesengruppen diskutieren die Teilnehmenden ca. 5–10 Minuten:
    Warum stimmt diese These (teilweise)?
    Welche Gegenargumente gibt es?
    Welche Beispiele oder Erfahrungen passen dazu?
    Jede Gruppe stellt im Plenum ihre wichtigsten Argumente und Erkenntnisse vor.

Dauer

  • Unbekannt, Trainertradition. Beschrieben u. a. in: Sozial kompetent trainieren, Ingo Krawiec, S. 175

Herkunft

Unbekannt, Trainertradition. Beschrieben u. a. in:

  • Methodensammlung für Trainerinnen und Trainer, Peter Dürrschmidt et al., 2015, S. 221