Erfolgsrezepte für Teams (Nr.10)

Was beeinflusst den Erfolg von Teams?


Erfolgsrezepte für Teams Teamarbeit heißt, gemeinsam mit anderen ein Ziel zu erreichen. Früher wurden einzelne Aufgaben von einzelnen Mitarbeitern durchgeführt, die allein für ihre Arbeit verantwortlich waren. Heute geht es darum, ein gemeinsames Arbeitsergebnis zu erzielen, an dem alle mitgearbeitet haben. Ein Team ist mehr als die Summe seiner Mitglieder. Ein Team ist zu einem gewissen Teil ein emotionales Wesen, das im Denken und Fühlen seiner Mitglieder verwurzelt ist. Echte Teamarbeit kann wahre Produktivitäts- und Kreativitätsschübe in einer Gruppe bewirken.

 

Teams sind keine wirklich neue Erfindung. Im Sport, z.B. Fußball oder Basketball, wurde schon immer im Team gearbeitet. Kein olympischer Mannschaftssieg wird errungen, wenn die Mannschaft als Team nicht funktioniert. Jedes Team entwickelt seinen besonderen Geist, den Teamgeist. Er ermuntert bzw. motiviert die Teammitglieder und schafft Identifikation, Spaß und Zufriedenheit.

 

Funktionierende Teams sind kein Zufall, sondern können durch Führungskraft und Teamentwicklungsmaßnahmen gefördert werden. Es reicht jedoch nicht aus, wenn Teams nur an oberflächlichen Incentive-Maßnahmen teilnehmen. Gemeinsam im Schlauchboot einen wilden Fluss hinunterfahren, reicht nicht aus, um ein starkes Team zu bilden. Messlatte für den echten Teamerfolg ist der Alltag und nicht ein Erlebnis am Lagerfeuer alleine. Die "eigentlichen" und"versteckten" Teamthemen müssen bearbeitet werden, da sonst so manches Teammitglied zwar offiziell die Teamhymne singt, aber hintenherum schon dabei ist, die Messer neu zu wetzen.

 

None of us is as smart as all of us.Kenneth Blanchard 

 

Was beeinflusst den Erfolg von Teams?

1. Gemeinsame Ziele

Jedes Team braucht Ziele, die von allen Mitgliedern getragen werden, da sonst jeder in eine andere Richtung läuft. Nur wenn gemeinsame Ziele bestehen, funktioniert Teamarbeit. Wenn jedes Teammitglied nur an seine eigenen Ziel denkt, kann keine echte Zusammenarbeit entstehen. Auch teamorientierte Prämiensysteme können helfen, die Teamarbeit zu fördern.

 

2. Klare Strukturen, Aufgaben und Rollen

Rollen und Aufgaben müssen in einem Team klar verteilt und geklärt sein. Unklare Rollen führen zu Kommunikationsproblemen und somit evtl. zu doppelter Arbeit. Dies heißt jedoch nicht, dass diese Rollen starr sind. Wer hat nicht selbst schon Erfahrungen mit Teams gemacht, bei denen gerade die internen Schnittstellen nicht funktionieren. Gerade dies wird im Tagesgeschäft zu einem Effizienzkiller. Meist steckt keine Böswilligkeit dahinter, sondern durch die Fülle der Arbeit, wird nicht über die Art der Durchführung nachgedacht. Dies ist ähnlich wie die Geschichte vom Holzfäller, der keine Zeit hat, seine Säge zu schärfen. Auch kann zu viel Hierarchie die Teamarbeit erschweren. In vielen Teams gibt es neben dem Vorgesetzten noch einen Vertreter. Manchmal gibt es sogar noch einen Vertreter des Vertreters. Dies sind dann schon vier hierarchische Ebenen.

 

3. Offene Kommunikation und Vertrauen

Nur wenn Offenheit und Vertrauen im Team herrschen, läuft die Kommunikation reibungslos. Nur dann können persönliche Schwierigkeiten offen besprochen werden und die Teammitglieder sind bereit, Risiken einzugehen. Teams, in denen Probleme in Kaffee- oder Zigarettenpausen zwar besprochen werden, aber nicht mit der betroffenen Person, sind häufig die Regel. Gerade das offene Ansprechen von persönlichen Problemen und Störungen haben viele nicht gelernt. Dies führt dazu, dass es in Teams viel Unausgesprochenes gibt, was die Teamleistung beeinträchtigt.

 

4. Gegenseitige Unterstützung

Ein wesentlicher Aspekt der Teamarbeit ist die gegenseitige Unterstützung. Ein Team kann nur dann sein Potenzial voll ausschöpfen, wenn Probleme gemeinsam gelöst werden und man sich gegenseitig bei der Aufgabenerfüllung hilft. Gut funktionierende Teams haben Weitblick und unterstützen sich untereinander. Teamarbeit kann nicht bedeuten, dass die restlichen Teammitglieder einfach zuschauen, wenn ein Teammitglied durch Arbeitsüberlastung zusammenbricht. Teamarbeit heißt, mitverantwortlich zu sein.

 

5. Gemeinsame Verantwortlichkeit und Problemlösung

Bei Teamarbeit hat jeder die Verantwortung für das gemeinsame Arbeitsergebnis. Nicht jeder backt seine eigenen Brötchen, sondern es wird gemeinsam ein Brot gebacken. Teamarbeit heißt nicht: "Toll ein anderer macht`s", sondern man übernimmt auch Verantwortung für das Arbeitsergebnis des anderen. Gemeinsame Probleme werden vom Team in der Teamsitzung besprochen und gelöst.

 

6. Zeit für die Teamfindung

Teams benötigen Zeit, um Gruppennormen, Rollenverteilungen und ein Wir-Gefühl zu entwickeln. Sie sollten deshalb nicht in zu kurzem Rhythmus gebildet und wieder aufgelöst und die Teammitglieder sollten nicht nach zu kurzer Zeit wieder ausgetauscht werden. Ein Team braucht einen Reifungs- und Entwicklungsprozess, um seine volle Performance zu entfalten. In der Regel dauert ein solcher Prozess zwischen 6 und 12 Monaten.

 

7. Teamorientierte Führung

Es gibt keine ideale Form der Führung in Teams. Die Führung eines Teams orientiert sich am Reifegrad der Gruppe und an der aktuellen Arbeitssituation. Weiterhin kann die Führungskraft die Gruppe in ihrem Reifegrad fördern und Entscheidungskompetenzen nach und nach auf das Team übertragen. Ein Fehler vieler Vorgesetzter besteht darin, zu denken, durch Teamarbeit brauchten sie weniger zu führen. Manchmal ist gerade das Gegenteil der Fall. Jedes Team braucht einen klaren Rahmen und klare Ziele. Auch braucht jedes Team eine wahrnehmbare Vertretung nach außen, einen starken "Außenminister". Die Entwicklung eines Teams ist eine Daueraufgabe, die ernst genommen werden muss.

 

8. Regelmäßige Teamtreffen

Das Team trifft sich mindestens einmal pro Woche als Gruppe. Je seltener sich ein Team trifft, um so häufiger treten Kommunikationsprobleme auf. Teams leben durch die Kommunikation ihrer Mitglieder. Obwohl die Wichtigkeit von Teamtreffen fast eine Binsenweisheit ist, gibt es viele Teams, bei denen regelmäßige Treffen nicht funktionieren. Dabei ist die Bewältigung der kommunikativen Probleme eine der wichtigsten Aufgaben, um als Team erfolgreich zu sein. Die hierfür notwendigen Kommunikationsfähigkeiten der Teammitglieder können durch Training weiter gesteigert werden.

 

9. Teamentwicklungs-Workshops

Teams entwickeln sich in einem kontinuierlichen Lernprozess, in dem sie immer wieder mit neuen Problemstellungen und Herausforderungen konfrontiert werden und dabei lernen, diese zu meistern. Dieser Lernprozess kann durch Teamentwicklungs-Workshops unterstützt und gefördert werden. In einer Teamentwicklung wird Teamarbeit trainiert und erfahrbar gemacht. Das Austragen von unausgesprochenen Konflikten ist hier eine notwendige Voraussetzung, damit Teams zur vollen Reife gelangen. Jede Art von Konfliktvermeidung blockiert einen Teil der Teamenergie und geht damit der eigentlichen Teamaufgabe verloren. Der Moderator einer Teamentwicklungs-Maßnahme muss schnell den spezifischen "Teamengpass" erkennen und diesen bearbeiten. Dieser kann in strukturellen und/oder zwischenmenschlichen Themen begründet liegen.

 

Autor: Ingo Krawiec, Krawiec Consulting

Zweite, überarbeitete Fassung vom 21.02.2014