Personalmagazin

November 2001


Gestaltung der Powerpoint-FolienFlipchart & Co. für das perfekte Seminar

 

Tagungszubehör

Flipchart oder Whiteboard?
Overhead oder Beamer?

Je nach Zielsetzung der Veranstaltung ist unterschiedliche Präsentationstechnik gefragt. Die Erleichterung für die Organisatoren externer Tagungen: Die meisten Geräte sind inzwischen klein, leicht und portabel.

Welche Technik ist die Richtige?

Wie können technische Pannen möglichst vermieden werden?

Die Leiter vor Seminaren, Projekten und Workshops haben nicht nur mit dem Lampenfieber zu kämpfen, sondern mit der Auswahl der geeigneten Präsentationsmedien. Wer das Risiko von leeren Projektionswänden und Datenwirrwarr möglichst ausschließen will, sollte auch in Tagungshotels seine eigene Ausrüstung benutzen. Bis auf das Flipchart sind alle Präsentationsmedien inzwischen auf Koffergröße geschrumpft und gut transportierbar. Aber auch der Klassiker Flipchart hat einige technische Neuerungen erlebt.

 

Flipchart: Der Klassiker

Obwohl heute die meisten Veranstaltungsteilnehmer technisch anspruchsvolle Beamer-Präsentationen erwarten, ist das Flipchart nach wie vor ein wirkungsvolles Medium zur Präsentation. Denn auch bei Vorträgen und Präsentationen gilt die Grundregel: Die Besten sind oft die Einfachsten. So dient das Flipchart zur visuellen Unterstützung der Rede. Nicht die Präsentation steht im Vordergrund, sondern der Redner, der die Präsentation mit Leben füllt.

Ingo Th. Krawiec, Geschäftsführer von Krawiec Consulting, nennt die Vorteile: "Flipcharts benötigen keinen Strom, wirken sehr lebendig und erlauben Spontaneität. Werden die Charts im Raum aufgehängt, können sie eine gute Gedankenstütze für Präsentationsinhalte bilden."

 

Die Teilnehmer würden einen besseren Überblick erhalten als beim Overhead-Projektor. "War die anschließende Dokumentation der riesigen Flipchart-Seiten früher noch problematisch, kann sie heute einfach mit einer Digitalkamera vorgenommen werden", ergänzt er.
Weiterentwicklungen beim Flipchart sind Endlos-Papier-rollen und emailbeschichtete Flächen. Letztere haben den Vorteil, dass sie mit Markern beschriftet werden können.

 

Overheadprojektor: schnell und kompakt

Sind die Tagungsräume zu groß, um allen Teilnehmern eine gute Sicht auf das Flipchart zu ermöglichen, bieten sich Overheadprojektionen an. Die Folien sind am Computer schnell erstellt und ausgedruckt und können während des Vortrags handschriftlich ergänzt werden. Auch wenn in fast jedem Besprechungszimmer oder Tagungshotel ein Overheadprojektor zu finden ist, gibt es viele Seminarleiter, die ihre eigenen Geräte mitbringen, weil sie mit deren Technik vertraut sind. Viele stationäre Geräte sind außerdem veraltet, verschmutzt oder Leistungsfach.

Beim Erwerb von portablen Overheadprojektoren sollte vor allem auf die Lichtleistung geachtet werden. 4.000 bis 5.000 Lumen, wie sie eigentlich bei stationären Geräten üblich sein sollten, werden jetzt auch bei den portablen Geräten angeboten." Dadurch können die Projektoren unter Tageslichtbedingungen noch gut eingesetzt werden", erklärt Andreas Auert, Trainer und Berater bei train, Gesellschaft für Organisationsentwicklung und Weiterbildung in München und Köln.

"Flipcharts benötigen keinen Strom, wirken sehr lebendig und erlauben Spontaneität. Sie bilden eine gute Gedankenstütze".
Ingo Krawiec, Krawiec Consulting

 

Andere Features wie ein automatischer Lampenwechsler oder eine Helligkeitsregulierung sollten bei einem portablen Gerät ebenfalls vorhanden sein. Gute portable Geräte sollten außerdem einen automatischen Spannungswähler haben, der gerade bei Auslandsreisen wichtig ist. In diesem Fall lohnt es sich auch, einen Adapter für ausländische Steckdosen im Reisegepäck zu haben.

 

Diaprojektor: intensive Farben und brillante Schärfe

"Diaprojektoren werden nach wie vor gern in Präsentationen eingesetzt, um Bilder von brillanter Schärfe und Farbintensität zu zeigen", sagt Chistian Arnold, ebenfalls Trainer und Berater bei train. Von ihrer Baugröße her gesehen, waren Diaprojektoren schon immer portable Geräte. Referenten, die mit nicht geglasten Dias arbeiten, sollten sich für ein Modell mit einer Autofokuseinrichtung entscheiden. Durch die Hitzeentwicklung der Lampe kann sich der Film wölben und aus der Schärfeebene gehen.

Zur mobilen Präsentation mit Diaprojektoren gehört auch eine Infrarot-Fernbedienung. "So kann sich der Präsentierende flexibler im Raum bewegen als mit einer Kabelfernbedienung", sagt Arnold.

Außerdem sollte der Projektor über einen automatischen Lampenwechsler verfügen. weiß der Experte. "Was die Helligkeit angeht, so empfinde ich nichts ist störender, als wenn man mitten in der Präsentation eine Lampe wechseln muss, wählen wir Geräte mit möglichst großer Leistungsfähigkeit."

 

Datenprojektor: klein, leicht, leistungsfähig

Einen wahren Boom erleben zurzeit portable Datenprojek-toren. Die so genannten Beamer werden immer kleiner, leichter und leistungsfähiger. "Früher galt ein Projektor mit einem Gewicht von zehn Kilogramm schon als Leichtgewicht. 1999 tauchten die ersten Geräte mit nur 2,2 Kilogramm und einer Stellfläche kleiner als DIN A4 auf. Jetzt wird der Begriff des Personal Projektors geprägt. Laptop und Projektor passen zusammen in eine Aktentasche", erläutert Andreas Auert. Beamer können mehr, als nur Bildschirminhalte projizieren. Sie verfügen meist über ein oder zwei Videoeingänge und können auch Videodaten oder bei Anschluss einer digitalen Kamera Liveaufnahmen direkt projizieren.


Nach Auskunft von Auert sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass PC- und Video-Signalquellen sauber verarbeitet werden. "Dies ist bei herkömmlicher LCD-Technik nicht automatisch möglich. Anders bei den DMDs, wo hunderttausende kleiner Spiegel eine natürliche Farbwieder-gabe ermöglichen. "Wichtig für alle Projektoren ist ihr schneller Anschluss an die Datenquelle. "Kann der Vortragende zudem noch die Computermaus über die Fernbedienung des Projektors einstellen, ist die Präsentation perfekt. "Der Präsentierende braucht sich nicht mehr in der Nähe des Computers aufzuhalten, um das nächste Chart aufzurufen", sagt der Experte von train. Ebenfalls wichtig sind die Helligkeit der Geräte, die mindestens bei 600 Lumen liegen sollte, und die Lautstärke der Lüftung.

 

Interaktives Whiteboard: Der Alleskönner

Interaktive Whiteboards ermöglichen es, einerseits zu präsentieren und andererseits – wie vom Flipchart gewohnt – Änderungen schnell und einfach festzuhalten. Das funktioniert folgendermaßen:

Per Datenprojektor werden die Präsentationen projiziert – aber nicht auf eine gewöhnliche weiße Wand, sondern auf das Whiteboard. Wenn die Tagungsteilnehmer Änderungswünsche haben, kann der Präsentierende die Ergänzungen mit einem Markerstift direkt auf dem Board vermerken.

Der Vorteil: Die Teilnehmer können sich ganz auf die Präsentation konzentrieren, denn die Software des Whiteboards integriert die Anmerkungen in die Office-Dokumente. Nach der Präsentation kann das verbesserte Dokument ausgedruckt oder per E-Mail versandt werden.

Realisiert wird die Interaktivität des Whiteboards durch berührungsempfindliche Folien in der Tafelwand, die registrieren, was jemand schreibt. Als zusätzliche Anwendung lässt sich das Smart-Board mit einem Videokonferenz-system verbinden. So kann sich ein weiterer Teilnehmer, der ebenfalls mit der Smart-Technik ausgestattet ist, per Internet oder Intranet zuschalten. Neu hinzugefügte Informationen erscheinen dann auf den Boards beider Teilnehmer, so dass die Interaktivität auch bei weit voneinander entfernten Teilnehmern realisiert ist.

Auch das Whiteboard wird inzwischen in tragbarer Ausführung angeboten. So gibt es eine nur ein Kilogramm schwere Leseeinheit, mit der Notizen von beliebigen weißen Tafeln aufgezeichnet werden können. Das Gerät namens Mimio wird mit Saugnäpfen an der Tafel befestigt und registriert Infrarot- und Ultraschallsignale, die die Mimio-Stifte beim Schreiben aussenden.

 

Copyboard: preisgünstige Alternative

Eine preisgünstige aber weniger professionell anmutende Version des interaktiven Whiteboards ist das Copyboard. Es bietet die Möglichkeit, schriftliche Aufzeichnungen mit einem integrierten Drucker auszugeben. Häufig besitzen die Copyboards mehrere Schreibflächen, deren Inhalt einzeln kopiert werden kann. Manche haben zusätzlich eine Leinwand, so dass sie zusammen mit einem Overhead-, Dia- oder LCD-Projektor eingesetzt werden. Üblich ist zudem eine Computer-Schnittstelle, damit der Vortragende seine Notizen speichern und elektronisch versenden kann.

(dfu)