Sieben Sünden im IT-Training

Was sollte ein IT-Trainer vermeiden, um ein erfolgreiches Seminar durchzuführen?


1. Zu viele Informationen zu schnell

Gerade im IT-Training kommt es häufig vor, dass aufgrund von Zeitmangel durch die Inhalte gerast wird. Natürlich verfolgen viele Trainer die positive Absicht, den Teilnehmern möglichst viel mit auf den Weg zu geben. Sie bewirken jedoch oft das Gegenteil: Durch den vielen Stoff schalten die Teilnehmer irgendwann ab bzw. gehen innerlich auf den "Stand-By-Modus".

 

In dieser Zeit nehmen die Teilnehmer fast nichts mehr auf. Im schlimmsten Fall unterhalten sie sich dann mit ihrem Nachbarn. Wenn die Teilnehmer wenig Möglichkeiten zur Beteiligung und aktiven Teilnahme haben, ist es fraglich, ob sie überhaupt etwas mit nach Hause nehmen. Es ist also verständlich, dass viele Teilnehmer in IT-Kursen "frontal frustriert" werden.

 

2. Immer die gleiche Arbeitsweise

Bei den meisten professionellen IT-Schulungen ist mittlerweile der Beamer das am meisten genutzte Visualisierungsmedium geworden. Dies verleitet viele IT-Trainer dazu, nur nach der Methode "Vormachen-Nachmachen lassen" vorzugehen. Selten wird die Methode oder das Medium gewechselt. Diese Art "Druckkastenpädagogik", d.h. die Teilnehmer drücken die gleichen Tasten wie der Trainer, schläfert viele Teilnehmer langsam ein. Wenn etwas immer in der gleichen Weise präsentiert wird, wird es irgendwann langweilig.

 

3. Wenig Sozialkompetenz des Trainers - Fachkompetenz als Falle

Die meisten IT-Trainer sind fachlich hoch kompetent. Doch gerade diese Fachkompetenz kann zur Falle werden. Einige Trainer können nicht nachvollziehen, warum manche Teilnehmer IT-Inhalte einfach nicht verstehen. Die ganzen Witze über den "DAU" (Der Dümmste anzunehmende User) zeigen, mit welcher Grundhaltung manche IT-Experten ihren Kunden begegnen. Auch fehlt es manchmal an kommunikativer Kompetenz, mit den Sorgen und Ängsten der Teilnehmer umzugehen.

 

4. Trainingsfeindliche Räumlichkeiten und Ausstattung

Erschwerend kommt bei manchen IT-Trainings hinzu, dass viele Unternehmen oder Institute nicht über ausreichende Räumlichkeiten oder Ausstattung verfügen. Es gibt Schulungsräume ohne Tageslicht bzw. Schulungsräume, die viel zu klein sind oder wo man über irgendwelche Kabel stolpert. Oft sind auch zu wenig PCs vorhanden. Als Auftraggeber sollte man sich überlegen, welchen Nutzen ein teures IT-Trainings hat, wenn die Rahmenbedingungen ungünstig sind und so das Ergebnis negativ beeinflussen.

 

5. Fehlende Didaktik und mangelndes Eingehen auf Teilnehmerbedürfnisse

Oft wird die Didaktik von IT-Trainern kritisiert. Es sei kein roter Faden erkennbar. Wenige Beispiele aus der Praxis werden gebracht. Das Seminar wird nicht strukturiert und Wichtiges wird nicht von Unwichtigem getrennt. Der Trainer selbst kann schlecht motivieren oder ist von der Software nicht überzeugt. Wenn die Teilnehmer andere Themenwünsche haben als der Trainer, wird nicht darauf eingegangen.

 

6. Zu komplizierte Ausdrucksweisen

Oft drücken sich gerade IT-Spezialisten viel zu kompliziert aus. Sie sprechen den IT-typischen Slang, obwohl viele Dinge auch einfacher erläutert werden könnten. Die komplizierten Ausdrucksweisen führen wiederum dazu, dass die Teilnehmer abschalten und dem Inhalt nicht folgen können. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich vor vielen, vielen Jahren meinen ersten PC gekauft habe. Damals hatte ich noch wenig Ahnung von Hardware. Der Verkäufer sagte mir " Wir haben gerade einen PC mit 486er CPU, 33 Herz getaktet, 8 RAM Arbeitsspeicher, 4-fach CD-ROM und einer schnellen 200 MB IDE-Festplatte im Angebot." oder so ähnlich (Ist schon lange her!). Ich verstand damals nichts. Ich wollte doch nur einen PC, bei dem normale Büroanwendungen laufen.

 

7. IT-Trainer spricht und Teilnehmer arbeiten am Computer

Es kommt immer noch sehr häufig vor, dass die Teilnehmer am Computer arbeiten und ein Teilnehmer eine Zwischenfrage stellt. Der Trainer beantwortet diese natürlich für alle Teilnehmer. Der Effekt ist aber, dass er nicht die gesamte Aufmerksamkeit der Schulungsteilnehmer hat, da einige am Computer ja weiterarbeiten. Die Folge ist, dass eine vielleicht wichtige Information nicht bei allen Teilnehmern angekommen ist.

 

Viele dieser Sünden können durch ein IT-Train the Trainer-Seminar vermieden werden.

 

Autor: Ingo Krawiec, Krawiec Consulting

Dritte, überarbeitete Fassung vom 01.02.2018

 

 

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