Selbstmanagement (Teil 2) (Nr.5)

Was beinhaltet ein effektives Selbstmanagement?


Selbstmanagement (Teil 2) (Nr.5)

Egal, welche Managementtechnik wir anwenden, keine Technik hat Erfolg, wenn sie nicht in unserer Person verankert ist.

 

Management beinhaltet immer auch Selbstmanagement. Dieser Artikel führt die Gedanken aus dem vorhergehenden Monatstipp weiter aus. Im letzten Artikel zeigten wir Ihnen, wie Sie Ihre Gedanken steuern können, wie wichtig es ist, sich selbst anzuerkennen, wie Sie Ihre innere Batterie aufladen und Ihre Fitness steigern können. Letztendlich geht es darum, das persönliche Selbstmanagement zu verbessern und damit Ihre inneren Potentiale freizulegen.

 

 

Was beinhaltet effektives Selbstmanagement?

5. Mit den eigenen Gefühlen umgehen lernen

Tagtäglich erleben wir Gefühle in unterschiedlichen Ausprägungen. Häufig wollen wir nur positive Gefühle erleben und die negativen ausblenden. Manche Menschen nehmen ihre Gefühle gar nicht mehr wahr. Sie brauchen dann häufig den aufregenden Kick, um überhaupt noch etwas zu empfinden.

Wer sich von seinen Gefühlen distanziert, kapselt sich auch von seinen Kraftquellen ab. Gefühle sind immer auch eine Botschaft an unser Bewusstsein. Somit geben uns die meisten Gefühle auch ein wichtiges Signal:

Nimmt man das Gefühl des Ärgers zum Beispiel, so ist es dessen Aufgabe Ihnen zu signalisieren, dass eine wichtige Grenze überschritten ist. Das Gefühl Ärger soll Ihnen mitteilen, dass Sie etwas tun müssen, um die Beeinträchtigung Ihres Wohlbefindens zu beenden. Wenn Sie nie ärgerlich werden, können Sie leicht zum Fußabtreter werden.

Auch ein eher negativ besetztes Gefühl wie Angst kann sinnvoll sein. Angst weist meist auf etwas in der Zukunft hin, auf das Sie sich besser vorbereiten oder das Sie vermeiden sollten. Gelegentliche Angstgefühle sorgen dafür, dass Sie nicht Ihr persönliches Waterloo erleben oder sich selbst überschätzen.

Gefühle sind die unmittelbare, teilweise unbewusste Reaktion auf etwas, das in unserem Umfeld gerade passiert oder gerade passiert ist.

Gefühle geben uns Hinweise über unsere eigenen Bedürfnisse. Wenn man seine Gefühle verdrängt oder nicht wahrnimmt, können diese unbewusst in Gesprächssituationen an die Oberfläche kommen. Das heißt, man reagiert gereizt oder beschimpft jemanden, der eine bestimmte Situation vielleicht gar nicht verursacht hat. Nicht zur Sprache gebrachte Gefühle führen ein Eigenleben und können sich aufstauen.

 

Erfolgreiche und zufriedene Menschen verfügen über eine exzellente Selbstwahrnehmung und können die eigenen Gefühle (ohne große Bewertung) zulassen, ausdrücken, zeigen und den möglichen Handlungsimpulsen folgen.

 

6. Das eigene Netzwerk pflegen

Ein Kollege von mir prägte den Ausspruch "Erfolg entsteht durch andere". Dieser Satz ist insofern verblüffend, da die meisten Managementgurus den Satz "Erfolg entsteht durch einen selbst" predigen. Ich denke die Wahrheit liegt in der Mitte. Die Aussage des Kollegen stimmt insofern, dass persönlicher Erfolg natürlich nicht losgelöst von anderen entsteht. Jeder braucht ein intaktes Netzwerk, um erfolgreich zu sein.

Andere Menschen können Ihnen Unterstützung, Tipps und berufliche Möglichkeiten geben. Daher ist der Aufbau und die Pflege eines persönlichen Netzwerks ganz besonders wichtig. Ein Netzwerk gibt Kraft auch in schwierigen Zeiten. Nicht nur ein Netzwerk von einflussreichen Persönlichkeiten ist hier gemeint, sondern auch die Beziehung zu Arbeitskollegen, Freunden usw.. Machen Sie sich eine Liste, wer Ihnen wichtig ist und wie Sie diese Beziehung pflegen möchten. Planen Sie regelmäßig Zeit für die Kontakt- und Beziehungspflege ein.

Nur wer sich Zeit nimmt, mit anderen in Verbindung zu bleiben, kann im schwierigen Momenten auch auf schnelle Unterstützung vertrauen.

 

7. Verantwortung übernehmen

Wer Verantwortung permanent an andere abgibt, kann nicht wirklich erfolgreich sein. Wer sich als Opfer seiner äußeren Umstände sieht, kann nicht selbstständig an seinem eigenen Leben etwas verändern. Übernehmen Sie Verantwortung für Ihr Leben und gehen Sie die Dinge an, die Sie verändern wollen. Wer erfolgreich sein will, muss damit aufhören die Schuld und Gründe für Misserfolg oder Versagen bei anderen Menschen, der augenblicklichen Situation oder der Gesellschaft zu suchen.

Nur wenn wir bei uns selbst anfangen, können wir unserem Leben die gewünschte Richtung geben. Natürlich gibt es auch äußere Umstände, die Sie vielleicht nicht verändern können. Wenn Sie zum Beispiel in einer Firma arbeiten, in der es keine Aufstiegsmöglichkeiten gibt. Sie übernehmen jedoch auch für diese Situation Verantwortung, da Sie selbst die Entscheidung treffen, ob Sie bleiben oder nicht. Sie haben immer Wahlmöglichkeiten. Machen Sie sich nicht abhängig von äußeren Bedingungen. Nehmen Sie Ihr Leben selbst in die Hand.

 

8. Selbstdisziplin

Selbstdisziplin ist eine Fähigkeit, die etwas aus der Mode gekommen ist. Gleichzeit ist sie bei fast allen erfolgreichen Menschen anzutreffen. Wer etwas bewirken will, muss eine gewisse Disziplin haben, um seine Vorhaben auch umzusetzen. Alle guten Vorsätze und Prinzipien brauchen Disziplin, das heißt, man muss sich zunächst überwinden, etwas zu tun, was man vorher vielleicht nicht getan hat. Dies mag einem zunächst vielleicht schwer fallen.

Jedoch entstehen Spitzenleistungen immer auf der Grundlage eines gewissen Fleißes und Disziplin. Dies gilt ebenso für das Privatleben. Auch für das Ausüben von Sportarten ist zumindest am Anfang eine gewisse Disziplin und Kontinuität notwendig. Wenn man die anfänglichen Schwierigkeiten überwunden hat, machen die Sportarten dann Spaß und man möchte nicht mehr aufhören.

Als ich die ersten Male joggen ging, war dies eine echte Überwindung. Mittlerweile vermisse ich es, wenn ich mal keine Zeit dafür habe. Üben wir eine gewisse Zeit eine Tätigkeit mit Disziplin aus, wird diese mit der zur Gewohnheit und erfordert dann einen geringeren Energieaufwand als zu Beginn.

 

9. Kraft aus der Familie gewinnen

Eine intakte Familie ist eine starke Kraftquelle für die eigene Person. Versuchen Sie eine Balance zwischen Ihrem Job und Ihrer Familie zu erreichen. Viele Menschen können ihren Erfolg nicht genießen, weil dieser vielleicht auf Kosten der Familie erreicht wurde. Nehmen Sie Ihre Rolle als Vater oder Mutter, als Ehemann oder Ehefrau genauso ernst wie Ihre berufliche Rolle. Jede dieser Aufgaben bedarf Zeit und Aufmerksamkeit. Vermeiden Sie ein Entweder-Oder-Denken, dass man nur in der Familie oder im Job erfolgreich sein kann. Ziel sollte es sein, dass sich Job und Familie gegenseitig bereichern und sich da- raus ein hohes Maß an persönlicher Zufriedenheit entwickelt.

 

10. Sich Unterstützung von außen holen

Den "einsamen Reiter" gibt es meistens nur im Kino oder Fernsehen. Die meisten erfolgreichen Menschen nutzen auch Unterstützung von außen. Versuchen Sie nicht alles alleine zu bewältigen. Alle erfolgreichen Sportler haben Trainer, Coaches und Freunde, die sie bei ihrem Erfolg unterstützt haben. Nutzen Sie Fortbildungen, Coaches, Berater und Freunde, um in schwierigen Situationen neue Einsichten und Impulse zu bekommen. Holen Sie sich Unterstützung, wenn Sie nicht mehr weiter wissen und versuchen Sie nicht alles alleine zu bewältigen. Dies kostet sehr viel Kraft, die Sie auch anders nutzen können.

 

Autor: Ingo Krawiec, Krawiec Consulting

Zweite, überarbeitete Fassung vom 21.02.2014