Erfolgsfaktoren der Mitarbeiterführung (Nr.2)

Wie kann die volle Performance der Mitarbeiter erreicht werden?


Erfolgsfaktoren - Mitarbeiterführung (Nr.2)Eine erfolgreiche Mitarbeiterführung ist die Basis für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens. Nur eine starke Mannschaft von Mitarbeitern kann sich gegenüber der Konkurrenz behaupten.

 

Der gute Führer geht hinter den Menschen.Laotste

 

Was muss eine Führungskraft beachten, um die volle Performance der Mitarbeiter zu erreichen?

 

1. Klare Ziele und Standards setzen.

Mitarbeiter tun immer nur das, was ihnen gesagt bzw. von ihnen gefordert wird. Viele Vorgesetzte fragen sich, warum ihre Mitarbeiter nicht dieses oder jenes tun oder eine schwache Leistung bringen. Meine erste Frage als Berater ist üblicherweise: "Haben Sie als Vorgesetzter Ihre Ziele auch klar formuliert und kommuniziert?".

 

Immer wieder beklagen sich Führungskräfte über eine schwache Performance ihrer Mitarbeiter, setzen aber gleichzeitig keine klaren Ziele und Standards. Wenn die Richtung für die Mitarbeiter nicht klar ist, verpufft die Arbeitskraft in alle möglichen Richtungen. Es reicht auch nicht aus, einmal die Ziele in einer Arbeitsbesprechung zu benennen. Ziele müssen wiederholt benannt werden und die Zielerreichung muss kontrolliert werden. Erst wenn die Mitarbeiter merken, dass ihrem Vorgesetzten die Zielerreichung wirklich wichtig ist, gehen sie in die entsprechende Richtung.

 

2. Bieten Sie Ihren Mitarbeitern Vorteile.

Ihre Mitarbeiter sind ökonomisch handelnde Wesen. Mitarbeiter tun nur dann etwas, wenn sie Vorteile bewusst oder unbewusst erwarten. Dies ist vielleicht das einfachste und gleichzeitig wichtigste Gesetz der Mitarbeitermotivation. Jeder Mitarbeiter bilanziert innerlich die Vorteile und die Nachteile, die eine Handlung für ihn hat. Erst wenn er mehr Vorteile als Nachteile für sich sieht, setzt er sich in Bewegung. Schaffen Sie für Ihre Mitarbeiter Vorteile, um eine hohe Performance zu erreichen. Dies muss nicht immer Geld sein. Versuchen Sie herauszufinden, was Ihren Mitarbeitern wichtig ist. Ist es Geld, Status, eine interessante Aufgabe oder einfach Anerkennung durch die Kollegen oder den Vorgesetzten? Setzen Sie sich damit auseinander, welche Dinge Ihre Mitarbeiter als klare Vorteile erkennen. Diese sind natürlich bei jedem Mitarbeiter anders.

 

3. Schaffen Sie einen inspirierenden Teamgeist.

Freue ich mich morgens, meine Arbeitskollegen wiederzusehen oder ist es eher ein notwendiges Übel? Je nachdem, wie Ihre Mitarbeiter diese Frage beantworten, ist die Zusammenarbeit mit den Kollegen ein entscheidender Motivator oder Demotivator. Ist Teamgeist vorhanden, macht es Spaß mit anderen zu arbeiten. Als Vorgesetzter sollten Sie diesen Teamgeist fördern und aus Ihrer Mannschaft ein High-Performance-Team machen. Dies bedeutet unter anderem auch mal gemeinsam mit dem Team privat etwas zu unternehmen und Spannungen im Team frühzeitig abzubauen.

 

4. Sparen Sie nicht mit Anerkennung.

Viele Vorgesetzte sind Geizhälse in Bezug auf die Anerkennung ihrer Mitarbeiter. Dies hängt vielleicht damit zusammen, dass sie selbst wenig Anerkennung bekommen. Es kann aber auch sein, dass sie Forderungen der Mitarbeiter befürchten, wenn sie zu viel Anerkennung geben. Oft kommt auch noch ein typischer deutscher Mentalitätsaspekt hinzu: Wenn man nichts Negatives hört, ist dies die größte Anerkennung. Nicht getadelt ist gelobt genug. Dennoch kann jedes auch noch so kleine Lob Ihre Mitarbeiter motivieren. Wenn Sie nicht die volle Performance Ihrer Mitarbeiter wollen, geizen Sie weiterhin mit Anerkennung.

 

5. Werden Sie professioneller Kümmerer.

Führung hat immer damit zu tun, Mitarbeiter zu fördern und weiterzuentwickeln, d.h. sich um die Mitarbeiter zu kümmern. Kümmern heißt auch, als Vorgesetzter für Fragen zur Verfügung zu stehen und selber mal interessiert nachzufragen. Dies kostet natürlich Zeit, werden Sie jetzt sagen. Da haben Sie sicher Recht. Aber Führung ist immer eine Investition, die Geld und Zeit kostet, aber als Output, Performance und Motivation bringt. Die Frage, ob Sie motivierte Mitarbeiter haben wollen, müssen sie selber beantworten.

 

6. Reden Sie mit Ihren Mitarbeitern regelmäßig über deren Arbeit.

Genauso, wie man vor lauter Wald die Bäume nicht mehr sieht, kann man vor lauter Arbeit nicht mehr beurteilen, wie Qualität ist. Um Mitarbeiter erfolgreich zu führen, ist es wichtig, sich auch über das "Wie?" der Arbeit zu unterhalten. Führen Sie regelmäßige Arbeitsbesprechungen durch, in denen Sie als Vorgesetzter Ihre Mitarbeiter informieren und ihnen die Gelegenheit geben, ihre Anliegen und Fragen in Bezug auf die Arbeit zu äußern. Regelmäßig über Arbeitsprozesse gemeinsam nachzudenken, verbessert die Qualität der Arbeit. Dies ist auch die beste Prophylaxe, um Störungen im Team abzubauen.

 

7. Setzen Sie Ihren Mitarbeitern klare Grenzen.

Viele Vorgesetzte haben verlernt, ihren Mitarbeitern auch Grenzen zu setzen. Viele Vorgesetzte scheuen sich, unangenehme Dinge anzusprechen, da sie Angst vor unbestimmten Folgen haben. Auch Instrumente wie die Vorgesetztenbeurteilung, können dazu führen, dass Führungskräfte bei Problemen mit Mitarbeitern lieber nichts tun und abwarten. Wer jedoch die volle Performance seiner Mitarbeiter will, muss auch mal unangenehm sein und Leistungsschwächen ansprechen. Grenzen zu setzen hat nichts mit einem autoritären Führungsstil zu tun, sondern mit Klarheit und Direktheit gegenüber den eigenen Mitarbeitern.

 

8. Auch das Arbeitsumfeld kann motivierend sein.

Kennen Sie nicht die Geschichten von Unternehmen, wo die Mitarbeiter jeden Bleistift bei ihrem Vorgesetzten beantragen oder mit einem veralteten PC arbeiten müssen? Schlechte Arbeitsmaterialien und eine negative Büroumgebung können Motivationskiller sein. Das gesamte Arbeitsumfeld fördert oder hemmt die Motivation Ihrer Mitarbeiter. Auch dies ist wieder eine Investition, die Sie abwägen müssen. Wer jedoch volle Leistung der Mitarbeiter will, muss auch in diesen Bereich etwas investieren.

 

9. Schaffen Sie eine starke Unternehmenskultur.

Es gibt genügend Unternehmenskulturen, wo die Mitarbeiter ohne Stechuhr auskommen und sogar noch länger arbeiten. Bei Unternehmen wie SAP oder Procter & Gamble leisten die Mitarbeiter nicht ihre Arbeitszeit ab, sondern versuchen, Ergebnisse zu erzielen. Beiden Firmen gemeinsam ist eine hohe Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen. Schaffen Sie eine Unternehmenskultur, in der Ihre Mitarbeiter stolz sind, daran teilhaben zu dürfen. So haben Sie einen fruchtbaren Boden für eine hohe Mitarbeitermotivation geschaffen.

 

10. Geben Sie Ihren Mitarbeitern Aufgaben, die zu ihnen passen.

Eigentlich ist dies eine Selbstverständlichkeit. Jedoch kommt es immer wieder vor, dass Mitarbeiter nicht entsprechend ihren Fähigkeiten und Interessen eingesetzt werden. Zum Beispiel: Führungskräfte, werden Führungskräfte, weil sie die besten Sachbearbeiter sind. Kontaktscheue sollen Kunden gewinnen, obwohl sie im Innendienst besser aufgehoben wären. Wenn ein Mitarbeiter die für ihn richtige Aufgabe hat, braucht man als Vorgesetzter nicht mehr viel motivieren, denn der Mitarbeiter ist dann ein "Selbstläufer".

 

11. Fördern Sie die Eigenverantwortung der Mitarbeiter

Eigenverantwortliches Handeln macht Spaß. Fördern sie die Eigenverantwortung Ihrer Mitarbeiter, damit auch in Ihrem Urlaub der Betrieb läuft. Nur wenn Sie Ihre Mitarbeiter selbständig arbeiten lassen, handeln sie eigenverantwortlich. Wer ständig kontrolliert und dirigiert, schafft unmündige und passive Mitarbeiter. Wer seine Mitarbeiter ständig klein macht, darf nicht erwarten, dass diese selber mal groß werden.

 

 

Autor: Ingo Krawiec, Krawiec Consulting

Zweite, überarbeitete Fassung vom 18.03.2013