Gestik wirkungsvoll einsetzen (Nr.21)

Wie können Sie Ihre Gestik wirkungsvoller nutzen?


Gestik wirkungsvoll einsetzen

Gesten unterstützen die Sprache. Das "Reden mit den Händen" sollte insgesamt zum Gesagten passen. Gesten unterstreichen die Rede und können Ihre Aussagen in Präsentationen, Trainings oder Gesprächen verstärken und ergänzen. Manchmal traut man der Körpersprache sogar mehr als dem gesprochenen Wort.

 

Gesten sollten natürlich und klar wirken. Unnötige Gesten wie Hände reiben, mit dem Kugelschreiber spielen usw. sollten vermieden werden. Auch wenn immer die gleichen Gesten verwendet werden, wird dies irgendwann langweilig. Gesten kann man am besten überprüfen, indem man sich selbst mit Video aufnimmt. Hierbei kann man leichter bestimmte Angewohnheiten oder unpassende Gesten erkennen. Manchmal können kleine Veränderungen der Gesten einen großen Unterschied in der Präsentation bewirken. Gesten müssen auch zum eigenen Typ passen. Wenn ich eher sachlich bin, sollte ich nicht wild gestikulieren. Jedoch zeichnen sich alle professionellen Redner durch einen aktiven Einsatz der Gestik aus.

Es gibt Leute, die haben selbst in der Körpersprache einen besseren Wortschatz als andere.Peter Schumacher

 

 

Wie können Sie Ihre Gestik wirkungsvoller nutzen?

1. Die Ruhe- bzw. Startposition

Die beste Ausgangsposition für den Start einer Rede ist, wenn Sie die Arme zwischen Gürtellinie und Bauchnabel halten und die Hände locker zusammenlegen. Manchmal hilft auch eine Karteikarte, um sich daran festzuhalten. Starten Sie eine Präsentation in dieser Position/Stellung werden sich die Armbewegungen von alleine ergeben. Menschen, die die Arme schon zu Beginn nach unten hängen lassen, werden auch im weiteren Verlauf der Rede nur sparsam mit Gesten umgehen.

 

2. Die Hände nicht verstecken

Wenn Sie die Hände dauerhaft hinter dem Rücken verstecken, wirkt dies etwas steif. Die Hände in der Hosentasche kann zu lässig wirken.

 

3. Gestik ist auch abhängig von der Raumgröße

Weitausholende Gesten können in kleineren Räumen und vor kleinem Publikum überzogen und unpassend wirken. In großen Plenarsälen können diese jedoch passen.

 

4. Gesten mit offener Handinnenfläche

Gesten mit verdeckter oder geschlossener Handinnenfläche wirken so, als ob Sie etwas verbergen oder verheimlichen wollen. Eine offene Handinnenfläche wirkt einladend.

 

5. Vermeiden Sie Negativgesten

Es gibt eine ganze Reihe von Negativgesten, die man auf jeden Fall vermeiden sollte. Hierzu gehören der "erhobene Zeigefinger" auch wenn man mit dem Zeigefinger direkt auf die Zuhörer zeigt ist dies eher ungünstig. Auch wirken verschränkte Arme oder stark gefaltete Hände eher negativ.

 

6. Nur Dauergesten wirken negativ

Auch wenn hier einige Gesten negativ bewertet werden, wirken diese nur dann negativ, wenn Sie diese dauerhaft praktizieren. Wenn Sie nur kurz mal die Arme verschränken, muss dies keine negative Gesamtwirkung haben. Jede Geste ist nur in einem Gesamtkontext richtig interpretierbar.

 

7. Setzen Sie nicht immer beide Hände parallel ein

Versuchen Sie mit beiden Händen etwas Unterschiedliches zu machen. Zu viele Parallelgesten wirken steif und langweilig.

 

8. Wenn Sie gar nicht wissen, was Sie tun sollen

Für viele Redner ist der Einsatz von Gesten so ungewohnt, dass diese gar nicht wissen, was sie mit den Händen tun sollen. Bevor Sie vollkommen verunsichert sind, nehmen Sie einen Stift oder eine Karteikarte zur Unterstützung. Etwas in der Hand zu haben, kann mehr Sicherheit geben. Auch wenn Sie mit der Hand zum Flipchart oder zur Projektionsfläche zeigen, ist dies zumindest eine Minimalgestik. Versuchen Sie, bei der Präsentation möglichst locker zu bleiben.

 

9. Je häufiger Sie reden, umso spontaner kommen die Gesten

Ich hatte es bereits angedeutet, dass viele professionelle Redner Gestik gezielt einsetzen. Je häufiger Sie reden, umso spontaner kommen die Gesten und umso weniger müssen Sie diese kontrollieren. Auch werden Sie dann den Redepult nicht mehr zum Festhalten benötigen. Beobachten Sie andere Redner und erweitern Sie so Ihr Repertoire. Führen Sie gelegentlich eine Videoanalyse Ihrer Rede durch, um sich unvorteilhafte Verhaltensweisen abzugewöhnen.

 

Autor: Ingo Krawiec, Krawiec Consulting

Zweite, überarbeitete Fassung vom 11.03.2014